Meerwert

von Jörg Plewe

Es liegt ein Meer aus Traurigkeit
matt und spiegelglatt
dehnt sich bis zum Horizont
endlos – alle Weiten
kein Lüftchen regt sich und kein Wind
totale Stille, regungslos
der Himmel schwer und grau.
Nur ab und zu, hier und dort –
anfangs kaum zu sehen
springt ein Fisch –
zunächst klein, weit entfernt
es ist klar
dass es ein Freudensprung war
kaum zu spüren, doch wunderbar.
Ich komm‘ nicht hin, kanns nicht erkennen
und sehe nur die Wellen schlagen
brechen den glatten Spiegel auf
und dehnen sich weit aus –
werden dabei schwächer.
Ich sehe aber mehr davon
einige schon dichter bei.
Ein Delfin springt ganz in meiner Nähe
und reisst die dunkle Fläche auf
Gibt den Blick kurz in die Tiefe frei
dort gibt es viel zu entdecken
zahllose Fische über farbigem Grund
warten auf den Sprung.
Wenn sie’s alle täten
von der Sonne angelockt.
Es wallt ein lebendiger Ozean der Freude.