Meterdicke Morgenluft

von Jörg Plewe

Meterdick kriechende Morgenluft
schiebt den neuen Tag herauf
und klebrig blendend die Sonne ins Zimmer,
wo ich schon auf sie warte.

Kleine Blätter machen große Schatten,
um mit meinem allein das Licht zu vertreiben,
das – obschon hell – still ist.

Vom Tango berührt zum Whiskey verführt
stahl sich der alte Tag davon,
kichernd in das lautrauschende Dunkel.

Die Nacht ist Verrat am Tag
und der Tag ist ein Verräter,
von früher Stunde ins Licht gezerrt.
Nur für mich.