tiefsüß

von Jörg Plewe

tiefe Gnade süßer Tod
fühlte ich mich einst bedroht
scheint er heute wundervoll

komme lautlos angeflogen
letzter Schrecken sei betrogen
nächtens bestenfalls

von alltäglicher Mühsal befreit
kühl und dunkel alle Zeit
friedlich und still

all das Streben ist nur Hohn
wo bliebe denn der ganze Lohn
im Angesicht der Zeit

keine Angst mehr vor dem Sein
vor dem hellen falschen Schein
wahre Dunkelheit und dunkle Wahrheit

der Schmerz für immer sei versiegt
weil es einfach nichts mehr gibt
vom Weltenirrsinnn abgeschnitten

die alte Dame lächelt noch
– tiefsüß –
lohnt der nächste Tag sich doch?