PARSHIP Dyskalkulie

PARSHIP … das Partnerforum für Menschen mit Dyskalkulie.

Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single auf PARSHIP

Also findet sich alle 22 Minuten ein Paar. Laut Wikipedia hat PARSHIP 11 Millionen Mitglieder. Statistisch gesehen ist man nach der Hälfte dran.

Kurz nachgerechnet:

(11.000.000/2)*22/(60*24*365) = 230 Jahre

Man ernähre sich also gesund. Und spare! Denn zudem kostet die Partnersuche fast 100.000€.

Also, liebe PARSHIP-Werbestrategen: Wenn ihr bei 2,8 Sekunden angekommen seid, kann man mit einem Erfolg in einem Jahr rechnen. Dann bekommt ihr auch Kunden, die rechnen können.

Oder sind die alle bei ElitePartner und hoffen auf Niveau?

 

 

Geschichte darf sich nicht wiederholen

„Geschichte darf sich nicht wiederholen.“ – wir haben mit unserer abendländischen Kultur mit Hexenjagd, Inquisition, Kreuzzügen, Kolonialisierung, zwei Weltkriegen und einem 1000-Jährigen samt Holocaust bisher nur Scheiße gebaut. Derzeit arbeiten wir an Klimakatastrophen, Kriegen um Öl und Wasser, Waffenexporten, Massentierhaltung und Ressourcenverschwendung im Turbokapitalismus. Dazu an der Prekarisierung und sozialen Verödung der eigenen Leute.
Zeit, sich auf die Schulter zu klopfen und das Gewonnene gegen den Rest der Welt zu verteidigen. Es ist kein Wunder, dass wir Angst vor Flüchtlingen haben, die uns den Spiegel vorhalten.

Paris, 13.11.2015

Mehr als 130 Menschen sterben bei Terrorattentaten. 80 Millionen Deutsche entkommen knapp und können sich in Sicherheit bringen.

Bei den Geretteten sehe ich drei Arten von Reaktion:

1) Betroffenheit. „Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Opfern und ihren Familien“ tönt es aus allen Ecken der Politik und vom Bundestrainer. Es kommt mir vor wie ein Wettbewerb, wer als Schnellster am betroffendsten sein kann. Für uns, das einfache Volk gibt es die sozialen Netzwerke. Facebook erkennt als erstes den Trend und lässt Fotos in Trikolore einfärben. Eine hilflose Geste im Angesicht des Unfassbaren.
Wirkung: Keine.

2) Zumachen. Grenzen schließen.
Verständliche Reaktion. Alles, was nicht von hier ist, könnte ein Terrorist sein und mich erschießen. Und die wollen wir nicht auf unserer kleiner werdenden Insel der Glückseligkeit. Das ganze Migranten- und Asylantenpack soll bleiben, wo es ist und uns in Ruhe lassen. Es scheint, als brächten sie den Terror, vor dem sie fliehen, mit sich. Ein schönes Trittbrett für Nationalismus und Rassismus.
Unbestimmte Angst. Gegenüber allen. Am Ende gegenüber dem Nachbarn, der einen kurdischen Freund hat.
Das ist die Reaktion, die der IS braucht. Die Saat der Angst geht auf. Die Intoleranz ist im Zielgebiet angekommen, verstärkt sich selbst und richtet ihr Unheil an.
Wenn Asylantenheime brennen, haben IS und Terrorismus gewonnen, dann sind wir die Terroristen. Unser IS wächst als Krebsgeschwür aus unserer Mitte und braucht dafür nicht einmal den Islam.
Die dunkle Seite der Macht das ist, Luke!

3) Aufwachen. Die Leute in Syrien haben sowas jeden Tag. Und die in Nigeria. Und im Irak. Und Beirut. Warum berührt mich Paris, das in der Terrorstatistik nur unter ‚andere‘ zu finden ist? Weil ich schon dort war, weil das Leute sind wie ich. Weil das eine Stadt ist wie meine. Häuser ohne Wüste drum herum. Menschen, die die gleiche Kleidung tragen wie ich. Die auch reich sind.
Diese Nähe verstärkt das Mitgefühl – weil ich wirklich mit fühlen kann. Die Verzweiflung der Opfer, die Wut auf die Terroristen.
Die Menschen in Paris haben an dem Abend ihre Türen geöffnet und Fliehende aufgenommen. Das sagen uns jedenfalls die Medien: #porteouverte. Bei weitem nicht alle Menschen in Paris haben das getan, denn dort gibt es mehr ängstliche Rassisten als hier. Aber es ist eine schöne Geschichte für (1). Dennoch: Solidarität, Mitgefühl, Menschlichkeit, das ist, was die Terroristen dumm dastehen lässt und uns unverwundbar macht. Dieses Gefühl können wir verinnerlichen: Türen auf, wenn es brennt!

(1) ist ein Anfang, (2) besorgt mich. (3) kann etwas verändern.

 

Nigeria, 18.11.2015: Eine 11-jährige sprengt sich, 32 Tote.

 

 

Natios

Differenzieren, nicht verallgemeinern: Nicht jeder besorgte Bürger ist ein Nazi. Braun ist keine Farbe des Regenbogens, Braun ist eine Mischung. Dennoch möchte ich alle Nazis – alte wie neue, Pegidas, Asylkritiker, Fremdenangstler und Asylantenfürchter einmal in einen Topf werfen dürfen. Das ist nicht nur der bestiefelte Grölglatzkopf und das abgehängte, bildungsferne Prekariat. Es gibt sie überall. Im Grunde jeder, der das Wort ‚Wirtschaftsflüchtling‘ oder ‚Asylbetrüger‘ schon mal gedacht und so gemeint hat. Ich werde sie Natios nennen. Damit das Kind einen Namen hat.

Wir Deutschen mögen sie nicht.

Dennoch leben sie seit Jahrzehnten in unserem Land, mitten unter uns. Sie sind hier geboren und haben einen deutschen Pass. Deshalb können wir sie nicht ausweisen. Wohin auch? Niemand will sie haben.

Seit einiger Zeit nun machen Natios mit spektakulären und medientauglichen Aktionen auf ihre Bedürfnisse aufmerksam und rufen damit bei einem wachsenden Teil der Gesellschaft den Volkszorn wach, der sich erfreulicherweise immer lauter und deutlicher zu äußern vermag und wie eine bunte Welle durch das Land rollt.

Doch statt die rechtsnationale und/oder fremdenängstliche Gesinnung der Volksgenossen (zu Recht) als herzlos und falsch informiert zu diffamieren, sollten wir sie verstehen und sie ihrem Wunsch und ihren ureigenen Vorstellungen gemäß leben lassen. Schließlich sind sie unsere Nachbarn und Mitbürger. Noch ist Deutschland ein halbwegs freies Land, in dem sich jeder nach seiner Façon verwirklichen darf.

Wir beginnen damit, rechtes Hetz- und Schriftgut zu verbieten und die Verbreitung zu unterbinden. Im Zeitalter von eBooks und Internet wirken Bücherverbrennungen anachronistisch, aber ein Stapel des Natio-Propagandablatts BILD brennt sicher prima. Und für einen ordentlichen Fackelzug ist die traditionsbewusste Natio-Gemeinde sicher gern zu haben.

Um Natios besser vor den stetigen Übergriffen durch Fremdlinge zu schützen, müssen sie als solche erkennbar sein. Durch einen auffälligen, gelben Button zum Beispiel. Vielleicht mit einem Smiley – warum nicht? Das Tragen des Buttons ist selbstverständlich verpflichtend, da ansonsten der Schutz nicht zu gewährleisten ist. Wir gründen Schutz-Abteilungen mit chicen Uniformen. Philanthrope Schlägertrupps, die die Ordnung wahren, wodurch jeder Natio grundgesetzgemäß unantastbar würde.

Weiterhin etablieren wir ausländerfreie Stadtteile, in denen Natios angesiedelt werden und zu denen kein Fremder Zutritt erhält. Dort kann eine reindeutsche Natio-Ökonomie erblühen, die keine ausländischen Verunreinigungen zu fürchten braucht. Niemand wird dort Arbeitsplätze stehlen, kriminell sein oder Krankheiten einschleppen. Sollte es dennoch in der Anfangszeit zu einer vorübergehenden Verknappung von Gütern und Lebensmitteln kommen, wird sich diese Gesellschaft kreativ zu helfen wissen. Die meisten sind wohlgenährt und halten das eine Weile durch.

Für Natios, die in den befreiten Stadtteilen wegen fehlender Bildung oder mangelnder Deutschkenntniss keine Verwendung finden und auf Unterstützung der Allgemeinheit angewiesen sind, werden spezielle Kompetenz-Zentren eingerichtet, in denen sie durch Arbeit frei sein dürfen. Zugfahrten dorthin werden verbilligt angeboten.

Einigen Natios werden die Maßnahmen nicht weit genug gehen und im internationalen Natiotum erweiterten Schutz suchen.
Falls das gelobte Mutterland des Rassismus – die USA – ein Willkommensgeld, Unterkunft und eine menschenwürdige Behandlung zusagt, werden wir Überfahrten bis zum Aufnahmelager Guantanamo in ausgemusterten Booten der Bundeswehr anbieten können, auch wenn die Gefahr besteht, dass Natios dort als Wirtschaftsflüchtlinge zunächst abgewiesen werden. Aber wenn es gut läuft, wird Deutschland nicht mehr als sicheres Herkunftsland für Natios angesehen werden können.

Für ein buntes Deutschland.

pfui

Ich war gerade laufen. Eine gute Stunde Bewegung. Bewegung – bei Menschen jenseits der 40 heißt es nicht mehr Sport, sondern Bewegung. Einzige Ausnahme: Jens Voigt.
Jedenfalls … ich lief einen Waldweg entlang als ich mich zwei Frauen näherte, die vor mir hergingen. Sie konnten mich nicht sehen und – dank meines immer noch feengleichen Laufstils – zunächst auch nicht hören. Sie hatten ein drittes Wesen dabei, halb Hund, halb Ratte. Anhand des orientierungslosen Bewegungsmusters der Kreatur musste ich doch auf Hund schließen. Ratten sind schließlich sehr intelligent.
Nun schien es MIR deutlich wichtiger zu sein, das Hündchen nicht mit einem lakonischen Tritt aus dem Weg zu befördern, als ihm selbst. Noch ein Hinweis, dass es keine Ratte war, die sicher niemals so dumm wäre, einem 40fach größeren Wesen vor die Füsse zu laufen. Ein kleiner Tritt wäre für das Tier sicher lehrreich und intelligenzbildend gewesen. Schmerz erzieht. Aber sowas mache ich nicht.

Als ich mich nähere, erschrecken die Damen ein wenig und ich mogle mich so gut es geht an Hündchen und Frauchen vorbei. Damit habe ich den Jagdinstinkt der Bestie provoziert. Ich konnte es zwar nicht sehen (hinten keine Augen), aber aus den Rufen der Frauchen konnte ich entnehmen, dass sich das Tier an meine Ferse heften wollte. Nicht nur metaphorisch.
„Hexe, komm hier!!“ – hörte ich. Ich habe schon oft erlebt, dass Hundebesitzer glauben, ihre Hunde wüssten gepflegte Konversation in deutscher Sprache zu schätzen. Daran musste ich denken und wunderte mich daher gar nicht, dass Hexe auf derlei Gestammel nicht reagierte.
„Pfuiiiiii is das!“. Also das ging dann doch zu weit. Pfui? Klar bin ich nicht der Schönste und nach einer Stunde Bewegung roch ich nicht mehr wie ein Sonnenaufgang über Grasse. Aber pfui? Und noch einmal: „Pfuiiiiii is das!“. Da bin ich dann doch stehengeblieben, habe mich umgedreht und protestiert: „Pfui? Das habe ich ja noch nie gehört! Ich bin nicht pfui!“.
Nun war es ihnen doch etwas peinlich und sie wanden sich etwas in dem Versuch, mir zu erklären, dass ich gar nicht gemeint gewesen sei. Für die übliche der-tut-nix-der-will-nur-spielen-das-hat-er-ja-noch-nie-gemacht Kaskade war das Tier einfach zu klein. Ich grinste in mich hinein, wendete erneut und schwebte elfenhaft von dannen. Und ich hatte das Gefühl, Hexe hätte mir zum Abschied kurz zugezwinkert.